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31.03. 2009: Klimaschutzbilanz
Redemanuskript GR Sitzung vom 31.3. 2009
Klimaschutzbilanz für 2006/07
„Die Trendwende ist geschafft!“ - titelt das Amtsblatt
Na, dann ist ja gut.
Und zum Glück gerade noch rechtzeitig vor den Kommunalwahlen.
In den letzten 15 Jahren ist also der CO2-Ausstoß um 13,8% zurückgegangen, wenn wir unsere Ziele erreichen wollen, unsere Beschlüsse umsetzen wollen, dann müssen wir in den nächsten 22 Jahren die CO2-Emmissionen um weitere 26,2% senken.
Wir müssen das Tempo also nochmals verschärfen.
Und damit meine ich nicht das Tempo, mit dem wir mit dem Auto durch die Stadt fahren, sondern die Intensität unserer Energiepolitik.
Und in der Tat sind die Ergebnisse der Klimaschutzbilanz 2006/07 keineswegs so euphorisch wie die Stadtverwaltung dies zweieinhalb Monate vor der Kommunalwahl darstellt.
Es sind nämlich deutliche Schwnkungen zwischen den einzelnen Jahren festzustellen.
So weisen die Ergebnisse für das Jahr 2006 um 7,7% höhere Emmissionen aus als für 2007. Haben nun alle energiepolitischen Maßnahmen der letzten 15 Jahre zufällig im Jahr 2007 eingeschlagen und vorher nur sehr begrenzt? Oder liegt hier einfach eine Unschärfe vor bei der rechnerisch eingearbeiteten „Witterungsbereinigung? Mit de die tatsächlichen Zahlen rechnerisch „bereinigt“ werden, um kalte und milde Winter statistisch auszugleichen? Wir wissen es nicht. Erst die Ergebnisse der nächsten Klimaschutzbilanzen werden hier wirklich Aufschluss bieten. Die Bilanz für 2006/07 zeigt sich auch deutlich vorsichtiger und realistisher als der Amtsblatt-Artikel.
Ich zitiere: aus dem Jahr 2007 kann nicht auf den verstärkten Trend einer CO2-Reduzierung geschlossen werden. Hier ist die nächste Bilanzierung abzuwarten“.
Weiter heisst es in der Vorlage: „der bisherige rückläufige Trend der CO2-Emissionen im Verkehrsbereich konnte in den Jahren 2006/07 nicht bestätigt werden.
Auch hier zeigt sich eine Unsicherheit über die Datenlage. Die Ergebnisse beruhen auf Stimmen die Hochrechnungen des Landes. Ob diese stimmen, wird erst die nächste Verkehrszählung wirklich ergeben. Auch hier bewertet die Vorlage mit dem gebotenen Realsimus und einer gewissen Vorsicht.
Fazit: Freiburg ist mit seiner Klimaschutzpolitik auf einem guten Weg. Und Freiburg hat auf diesem Weg noch einen weiten Weg vor sich. Die klimapolitischen Anstrengungen haben offensichtlich Früchte getragen. Und die Menge dieser Früchte
ist ganauso offensichtlich geringer als die Hochglanzbroschüren, die Amtsblatt-Überschriften und Selbstgefälligkeit in der Stadt vermuten lassen könnten.
Wir brauchen nicht in der „Öko-Eitelkeitsliga“ auf Platz 1 stehen, wir müssen eine gute Klimaschutzpolitik machen.
Das tun wir auch. Sie kann und muss aber auch noch besser werden.
An uns soll`s nicht liegen.