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31.03. 2009: Trasse C
Redemanuskript für GR Sitzung vom 31.3. 09
Die hier vorgestellte Variante ist ganz offensichtlich die beste, wenn man eine Stadtbahnführung auf dieser Trasse will.
Für uns von der UL stellt sich genau diese Frage:
Ist eine Stadtbahntrasse B sinnvoll und vernünftig?
Darauf zielt unser Antrag:
Wir möchten, dass eine Aktualisierung des vergleichenden Gutachtens der Trassen B und C vorgenommen wird.
Wir beantragen nicht, heute die Trasse C zu beschließen, auch wenn wir nicht verhehlen, dass unsere Sympathie dieser Lösung gilt.
Dies hat nichts mit einem Nicht-Respektieren von Beschlüssen zu tun.
Jede vernünftige, lernende Organisation überprüft von Zeit zu Zeit ihre Beschlüsse und Strategien. Erst recht, wenn eine neue Situation entstanden ist.
Diese neue Situation haben wir nun ganz offensichtlich mit den Millionen Mehrkosten, die Sanierung oder Neubau der Kronenbrücke mit sich bringen. Eine Aktualisierung des vergleichenden Gutachtens müsste auch die unerwartet starke städtebauliche Entwicklung an der Schnewlinstr. und Heinrich von Stephan Str. berücksichtigen.
Schon das vergleichende Gutachten aus dem Jahre 2001 hatte überraschende Ergebnisse gebracht, die der Gemeinderat damals ignoriert hatte:
1) das Kosten-Nutzen-Verhältnis ist bei der Trasse C besser;
2) der Bertoldsbrunnen wird bei der Trasse C stärker entlastet;
3) das Umsteigepotential ist bei der Trasse C höher, damit auch die CO2-Reduktion. Wir haben vorhin über die Klimaschutzbilanz diskutiert; mit der Trasse C hätten wir einen Beitrag zum Klimaschutz geleistet.
Auch verkehrspolitisch würde eine Entscheidung für eine Bahnhofslinie Sinn machen: am Bahnhof würde ein effektiver und leistungsstarker ÖPNV-Knoten- und Umsteigepunkt entstehen. Und eine neue Stadtbahnlinie auf der Bismarckallee vor dem Bahnhof könnte die Stadtbahnbrücke entlasten.
Auf der anderen Seite ist zu bedenken, dass der Verkehrsfluss ausgerechnet an der hochsensiblen Kronenbrücke nicht nur während der Bauzeit, sondern auch im Betrieb durch eine Stadtbahn, die den hochbelasteten Autobahnzubringer, die B 31, quert zu riesigen Verkehrsbelastungen und Staus führen würde. Aber auch der Bau des Stadttunnels, der in unmittelbarer Nähe zur Kronenbrücke seine Ein- und Ausfahrt haben soll, würde durch eine zusätzliche Stadtbahntrasse erheblich erschwert. Es verwundert, dass gerade die BefürworterInnen des Stadttunnels hier nicht auf eine bessere Lösung drängen.
Schließlich würde eine Verlagerung der Stadtbahnlinie auf die Bahnhofsachse die städtebaulichen Entwicklungsmöglichkeiten für den Rotteckring und den Platz der Alten Synagoge in grandioser Weise erweitern. Es ist offensichtlich, dass der Platz der Alten Synagoge ganz andere Perspektiven hätte, wenn er von Straßenbahnverkehr einer Trasse B entlastet wäre.
Der Gemeinderat hat die große Chance, zu zeigen, dass er nicht in dogmatischer Sturheit auf falschen Entscheidungen beharrt, sondern die Gelegenheit einer neuen Situation nutzt, eine Neubewertung vorzunehmen und flexibel und kreativ eine bessere Entscheidung herbeizuführen.
Jede kluge Organisation nimmt Überprüfungen ihrer Beschlüsse und Strategien vor. Wir stehen unter keinem Zeitdruck, wir sollten uns eine Aktualisierung des vergleichenden Gutachtzens durchaus gönnen.