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Redemanuskript GR 29.9. 09

 

Bebauungsplan Haid-Süd („Schlattmatten“)

 

 

 

Um das Ergebnis vorweg zu nehmen: unsere Fraktionsgemeinschaft, Linke Liste, Kulturliste und Unabhängige Frauen werden sich bei dieser Abstimmung enthalten.

Und zwar nicht, weil wir uns nicht entscheiden könnten oder unsicher wären, sondern weil wir heute de facto zwei Entscheidungen treffen: erstens bestätigen wir den Aufstellungsbeschluss vom letzten Bauausschuss, also dass die Schlattmatten bebaut werden sollen und zweitens beschließen wir eine Entwicklungssatzung und damit über die Organisation wie bebaut werden soll.

 

Green City wächst. Jedenfalls wächst die versiegelte Fläche von Green City, die dadurch ein bißchen mehr zu Grey City wird. Die versiegelte Fläche Freiburgs wächst auch durch eine Bebauung der Schlattmatten. Dabei handelt es sich, wie im Bauausschuss mehrfach betont wurde, um ein „höchst sensibles“ Gelände. Die Schlattmatten ragen wie ein Pfeil, auch das wurde im Bauausschuss betont, wie eine Pfeilspitze in das Landschaftsschutzgebiet hinein. Künftig wird dieser Pfeil eben eine versiegelte, zubetonierte Pfeilspitze sein, die sich in das Landschaftsschutzgebiet bohrt.

Im Rieselfeld, in Vauban und nicht nur dort, haben wir in den letzten Jahren Gewerbegebiete in Misch- und Wohngebiete umwandeln müssen, weil die Gewerbeflächen unverkäuflich waren. Gleichzeitig planen und bebauen wir derzeit nicht nur 30 ha am Güterbahnhof Nord und eine weitere Fläche an der Heinrich von Stephan Str. neue Gewerbegebiete.

Der von der Verwaltung ins Feld (oder auf die Schlattmatte) geführte Bedarf an neuen, zusätzlichen Gewerbeflächen erschließt sich uns nicht.

Zudem wir nicht erst seit komreg und ähnlichen Untersuchungen wissen, dass Innenentwicklung ökologisch viel sinnvoller, energie- und ressourcenschonender ist als Außenentwicklung, sondern auch viel billiger. Und zwar sowohl für den Bauherren oder die Bauherrin als auch für die öffentliche Hand. Und dies gilt sowohl für Wohnungsbau, wie auch für Gewerbeflächen. Gezeigt haben verscheidene Untersuchungen auch, dass das Potenzial an nutzbaren (und oftmals bereits erschlossenen) Flächen viel größer ist als in der Vergangenheit angenommen.

Nun also neue, zusätzliche Flächen zu bebauen und zu versiegeln, macht da wenig Sinn. Unsere Fraktionsgemeinschaft hat am letzten Mittwoch im Bauausschuss den Aufstellungsbeschluss Bebauungsplan Haid-Süd abgelehnt. Wie übrigens auch im Flächennutzungsplan 2020 die Ausweisung dieser Fläche als Gewerbegebiet.

 

 

Für uns als pragmatische und konstruktive Menschen heisst das aber nun nicht, dass wir uns schmollend in die Ecke verkriechen. Dieser Bebauungsplan ist nun einmal beschlossen worden, nicht mit unseren Stimmen, aber mit großer Mehrheit. Und wir werden nun die beschlossene Bebauung kritisch begleiten und unsere Vorstellungen (und gegebenenfalls Bedenken) in die Debatte einbringen, werden uns einmischen in das „wie“ der Bebauung. Denn dafür ist dieses „höchst sensible“ Gebiet, die Einfahrt von Südwesten in die Stadt, stadtplanerisch viel zu wichtig als das wir uns da nicht einmischen wollten.

Und die heute in der Vorlage G09-026 dargestellten Vorschläge sind unseres Erachtens – wenn denn nun diese Fläche bebaut werden soll – durchaus nachvollziehbar und vernünftig. So erscheint uns die Überlegung, hier eine städtebauliche Entwicklungssatzung zu beschließen, richtig zu sein. So sehr es den einen oder die andere schmerzen mag, dass die Stadt aus der Entwicklung dieses Gebiets selbst keinen Gewinn ziehen darf, so richtig ist die Überlegung, dass dieses Verfahren schnell und vergleichsweise gerecht ist, praktisch viele Vorteile bietet und die angestrebten Ziele anders kaum verwirklichbar wären.

Die Fraktionsgemeinschaft der Unabhängigen Listen teilt auch die Überlegungen, dass an dieser Stelle stadtgestalterisch und architektonisch eine qualitativ hochwertige Bebauung sicher gestellt werden muss. Qualität wird hier also Vorrang vor Quantität haben müssen. Dies bedeutet aber auch – und wir sehen hierin keinen Widerspruch – dass eine vernünftige Ausnutzung der Fläche gegeben sein muss, dass wir darauf achten müssen, dass die Gebäude nicht in epischer Breite Fläche fressen, sondern dass auch in angemessener Weise in die Höhe gebaut wird. Dies ist nicht nur aus ökologischen Gründen, um Fläche zu sparen sinnvoll, sondern auch städteplanerisch sinnvoll: schließlich handelt es sich hier eben um eine Stadteinfahrt.

Wir regen an, in die endgültige Kalkulation der städtbaulichen Entwicklungsmaßnahme einen Betrag für „Kunst am Bau“ einzustellen.

Bei allem Verständnis für die vorgebrachten Argumente bedauern wir jedoch, dass es keinen städtebaulischen Ideenwettbewerb für das ganze Planungsgebiet geben soll, sondern nur einzelne Mehrfachbeauftragungen für einzelne Gebäude oder Gebäudekomplexe. Gerade weil wir alle die städtebauliche Bedeutung dieses Bebauungsplans so hoch einschätzen, wäre hier ein Ideenwettbewerb, der das gesamte Planungsgebiet zum Inhalt hat, als Garant für eine städtebaulich gelungene Planung sehr wertvoll gewesen.

 

 

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