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Nachhaltige Siedlungsentwicklung in Freiburg

 

 

Die Nachverdichtung ist tot!

Es lebe die Aktivierung der Innenentwicklungspotenziale!

 

Der Versuch der sprachlichen Kosmetik zeugt von einer Unsicherheit. Er zeugt davon, dass die Politik der Nachverdichtung oder des Vorrangs der Innenenwicklung in der öffentlichen Meinung in unserer Stadt durchaus nicht gänzlich unumstritten ist.

Das hat sicherlich mit einigen Exzessen, mit Beispielen übertriebener und unverträglicher Nachverdichtung in der Vergangenheit zu tun. Und letztlich sicher auch damit dass das Interesse des Gemeinwohls nicht immer deckungsgleich ist mit dem – durchaus verständlichen – Einzelinteresse aller.

 

So gab und gibt es unterschiedliche Auffassungen darüber, was zulässig, was verträglich ist, was „aktivierbar“ sein sollte. So streiten wir z.B. im Stühlinger oder später bei St. Urban – und so streiten wir z.B. über den Laubenweg oder die Bohlstraße in Haslach nicht.

 

Dass wir in der Lage sind, darüber politisch zu streiten, welche „Nachverdichtungs-“, sorry: „Innenentwicklungsaktivierungs-Maßnahmen“ sinnvoll und angemessen sind, ist höchst erfreulich. Es zeigt, dass es eben genug Flächen-Potential in der Stadt gibt, um den Bedarf angemessen zu decken. Das nun festgestellte Innenentwicklungs-Potential von (theoretisch 208 ha), das aktivierbare Potential von ca. 5 ha pro Jahr wie von der Studie komreg prognostiziert, das in den letzten 2 ½ Jahren schon aktivierte Potential von über 20 ha zeigt, dass die Fraktionsgemeinschaft der Unabhängigen Listen durchaus richtig lag mit ihrer ausgesprochen sparsamen und restriktiven Haltung (viel sparsamer auch als die Grünen) bezüglich der Ausweisung neuer Bauflächen bei der Diskussion über den FNP 2020.

 

Flächen sind genug da“.

Wir sind in der guten Situation, politisch entscheiden zu können, welche Bau-Maßnahmen sinnvoll und wünschswert sind und welche weniger. Und wir sind in der guten Lage, das politische Ziel des Vorrangs der Innenentwicklung auch konkret umsetzen zu können. Dies tut der Umwelt gut und macht Bauen billiger – und damit potentiell auch die Mieten günstiger.

 

Wobei uns die Ergebnisse der vorliegenden Studien, so positiv sie zu bewerten sind, zu zweierlei nicht verleiten sollten:

 

 

erstens: darauf zu verzichten, verstärkt nach Wegen zu suchen, den Flächenverbrauch gesamtstädtisch, wie den pro Person nicht permanent weiter wachsen zu lassen. Gute und flexible Innenarchitektur, attraktive Freiraumgestaltung, aber auch kluge Nutzungskonzepte vor Beginn von Bauprojekten, tragen dazu bei, dass individuell weniger Fläche benötigt wird, Umzugsanreize können Flächenverbrauch reduzieren (wenn genügend eigene Liegenschaften vorhanden sind) usw.

 

Und zweitens: mit Augenmaß die soziale, ökologische und stadtplanerische Verträglichkeit jeder einzelnen Nachverdichtungs-Maßnahme zu prüfen.

 

Wenn wir uns von diesen Überlegungen leiten lassen, dann bedarf es auch keiner sprachlichen Kosmetik. Denn das hat eine Politik des Vorrangs der Innenentwicklung gar nicht nötig.














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