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Redemanuskript GR-Sitzung 27.7. 2010
Bebauungsplan Friedrichstr./Colombistr.
Loslösung von Planung „Europa-Viertel“ war falsch, ist falsch
UL schon letztes Jahr mit entsprechendem Antrag
heute erst Recht problematisch, wo Zukunft Planung „Europa-Viertel“ in den Sternen steht
wegen Nicht-Einhaltung der Zielvorgaben
wegen „differenzierter Eingentumsverhältnisse“
Planung und Bebauung muss hier aber „aus einem Guss“ sein
Bebauung ist mit GRZ von 1,0 und GFZ von 6,5 sehr „kompakt“, sehr dicht, „übertrieben vollgestopft“
der Grund für den Redebeitrag:
Zitat aus der Vorlage (S. 5 oben der Grundvorlage)
„Ausgeschlossen werden Wohnen, Vergnügungsstätten, Sexshops, Bordelle und ähnliche Nutzungen“
Lassen Sie sich die Aufzählung mal auf der Zunge zergehen:
Wohnen, Vergnügungsstätten, Sexshops, Bordelle und ähnliche Nutzungen“
Was sind dann „ähnliche Nutzungen“? Ähnlich dem Wohnen? Ähnlich den Sexshops? Wie ähnlich sind sich „Wohnen“ und Vergnügungsstätten und Sexshops“ eigentlich wirklich?
Polemisch könnte jemand nun sagen, diese Formulierung sei typisch für den Stellenwert, den die Wohnungspolitik in der Stadtverwaltung hat, Wohnungspolitik werde offensichtlich als etwas Schlüpfriges oder Unmoralisches angesehen...
Aber heute keine Polemik:
die UL hält diese Festsetzung, eine Wohnnutzung auszuschließen, schlicht für falsch, schädlich und unsinnig.
Es zeigt sich wieder einmal, wie verheerend es sich auswirkt, wenn von Seiten der Politik nicht ZUERST über ein sinnvolles Nutzungskonzept diskutiert wird, wenn Gemeinderat und Verwaltung nicht zuerst sich darüber verständigen, was an welchem Ort wofür gebraucht wird – in öffentlichem Interesse,
wenn auf stadtentwicklungspolitische Debatten verzichtet wird mit der Haltung
„Hauptsache, dass ein Investor da überhaupt etwas baut“.
Wir alle wissen, dass eine vierstellige Zahl von Büroräumen in Freiburg leer stehen. Der Markt ist offensichtlich gesättigt. Auch wenn die Büroräume hier vermietbar sind und vermietet oder verkauft werden, so doch nur mit einem Verdrängungseffekt, der Leerstände an anderen Standorten noch weiter verschärft. Nein, eine Nutzung mit Büros ist weder durchdacht noch in Interesse des Gemeinwohls anzustreben.
Und was spricht eigentlich gegen eine Wohn-Nutzung an dieser Stelle ?
Sagen wir mal: ab dem 2. Obergeschoss.
Nichts.
Und kommen Sie mir jetzt nicht damit, Wohnen sei wegen der Lärmbelastung dort nicht zulässig. Vor wenigen Jahren wurde der Kopfbau der Spechtpassage neu gebaut und in den Obergeschossen befinden sich dort Wohungen – in gewiss nicht weniger lärmbelasteter Lage.
Wer lärmempfindlich ist, wird vielleicht nicht in die Friedrichstr./Colombistr. ziehen wollen, für viele ist das aber sicherlich eine ausgesprochen attraktive Wohnlage.
Mit einer (ohnehin sinnvollen) Ausrichtung der Wohnungen mit Aufzug, Küche, Toiletten etc. nach Norden und Wohnräumen nach Süden in unmittelbarer Nähe zum Colombipark – wahrlich attraktiv.
Immer wieder – zuletzt in der letzten Sitzung des Bauausschusses beim Thema KaJo 187 - heisst es, dass wir alle Anstrengungen unternehmen müssen, um der Entvölkerung der Innenstadt zu begegnen.
Richtig.
Aber bei diesem Bebauungsplan eine Wohnnutzung auszuschlie?en widerspricht dieser politischen Haltung diametral.
Also: keine Vergnügungsstätten, keine Sex-Shops, keine Bordelle,
aber Wohnen.
Weil es Sinn macht.